Mittwoch, 23. Juni 2010

SVN-Treffen auf Lappo

Abends in Remmarhamn gab es hinter den Waschräumen noch einen kleinen Bauernmarkt mit drei Ständen. Hier fanden wir nicht nur frisch geräucherten und graved Lachs, sondern auch Fladenbrot, Salat und Marmelade.

Trinkwasser bunkern war nicht möglich, da es nur einen Schlauch mit Meerwasser gab. Aus der Dusche kam eisenhaltiges Wasser, nicht zum Teekochen geeignet.

Die Nacht verlief hell und ruhig. Morgens wieder Gerappel im Mast. Erfolglose Versuche der Beseitigung in Unterhose. Die Ursache wurde später lokalisiert. Das Leuchtmittel des Deckstrahlers hatte sich aus der Halterung gelöst und klapperte. Klaus musste in den Mast und löste das Problem.



Dann 3 Stunden Schönwettersegeln nach Lappo (12 sm) bei schwachen Winden und wolkenlosem Himmel. Am Rad aber noch kalt. Windgeschützt fast zu warm.

Empfang in Lappo durch die Swantjes, die kurz vorher eintrafen.



Erfahrungsaustausch und gemeinsames Kaffeetrinken



sowie Wasserbunkern. Der weibliche Teil der Crews ging sich dann die Beine vertreten.

Der männliche Teil beschäftigte sich einerseits mit den Tücken der Internetverbindungen und dem Aufbau der SAT-Anlage für das heutige Deutschlandspiel gegen 21:30 h Ortszeit.

Wie das Spiel ausgegangen ist, verraten wir morgen.

Dienstag, 22. Juni 2010

White Nights

Nachdem wir gestern die Ameisen mental im Griff hatten (um den Grilltisch herum siedelten 4 Ameisenvölker in ihren Haufen), gab es zunächst einen Bückling auf die Hand



und dann den Lachs auf der Haut gegrillt. Die Haut bekamen später die Möwen (Laridae).

Später folgte eine weiße Nacht. Sonnenaufgang 04:15 h, Sonnenuntergang 23:09 h finnische Zeit.

Auf der Brötchentüte kam morgens auch der aktuelle Wetterbericht an Bord.



Start in die Aaland-Schärenwelt, wo man mit heftigem Großschiffsverkehr rechnen muss.



Umlaufender Wind unter 2 m/s, daher Batterieladewetter.

Tagesziel: Remmarhamn mit Steg und Dusche. Die Sommersonne brennt jetzt unerbittlich auf uns runter.

Montag, 21. Juni 2010

Rödhamn

Nach dem Ablegen in Mariehamn ging es erstmal zum Fischladen in den Fischereihafen, der gestern zu hatte. Unsere Smutjes konnten schönen (Zucht-)Lachs erwerben, dessen Zubereitung auf unserem Cobb-Grill geplant ist.



Rödhamn, der Gasthafen des ASS aus Mariehamn, war unser Tagesziel, das wir segelnd erreichten. Eine weitere Oase in den Aalands. Kein Strom, aber eine Trinkwasserpumpe, viel Natur



und eine sympatische Hafenmeisterin, die uns morgen gegen 9 h Brötchen ans Boot liefern wird. Heute liegen hier nur ca. 10 Schiffe, aber nach Mittsommer beginnt die kurze Saison, dann sollen hier täglich zwischen 40 und 100 Boote anlegen.

Mast im Wald



Es gibt eine ehemalige Funkpeilstation, die bis 1970 in Betrieb war, aber mit Einführung des DECCA-Systems überflüssig wurde. Außerdem den Nachbau eines Lotsenhauses,



das von 1918 bis Ende der zwanziger Jahre besetzt war.

Über das Wetter heute kann ich fast nur Positives berichten. Ein leichter NO-Wind und Sonnenschein deutete auf Sommer hin, wenn die Kälte im Schatten nicht wäre. Für die nächsten Tage scheint die ruhige und sonnige Wetterlage anzuhalten. Warten wir es ab.

Sonntag, 20. Juni 2010

Mariehamn

Der Eisbär grüßt aus Mariehamn:



Die Aalandinseln haben auch eine eigene Flagge:



Der Seemannssonntag begann mit selbst verschuldetem Spifallgerappel gegen 05:00 h. Also raus in die Kälte und abspannen, dann ausschlafen.

Ein Spaziergang führte uns über den Promenadstig zunächst nach Süden zum Fischereihafen (mal sehen, ob der Fischladen nicht doch auf hat, nein hatte er nicht), dann nach Osten (hier werden Gänseblümchen für die Mittsommerkränze gezüchtet)



und zurück nach Norden zum Osterhamn. Die Sonne kam durch, aber draußen gab es offenbar immer noch kräftig Seenebel (Signalhörner voll im Einsatz). Da unser Ziel, die Schokoladerie Amorina, auch zu hatte, wichen wir auf ein Sitzeis im Centrum des sonntäglich verschlafenen Mariehamn aus.

Letzte Einkäufe für das Abendessen (heute Tai-Küche) und zurück an Bord (Gehzeit 3 Stunden) bzw. die Männer noch an Bord der benachbarten 1903 vom Stapel gelaufenen Viermastbark „POMMERN“: Ein echtes Schiff für Shiplovers, das 1906 erst an die Reederei F. Laeisz, deren Schiffsnamen (Flying P-Liner) alle mit einem P begannen (siehe auch Passat, Pamir, Peking) und dann an den finnischen Großreeder (60 Schiffe) Gustav Erikson verkauft wurde.




Wie gut, dass wir nicht unter diesen Bedingungen zur See fahren mussten.

Samstag, 19. Juni 2010

60 Grad Nord

Ablegen heute vor dem Frühstück 06:50 h. Frühnebel waberte durch die Bucht. Segel gesetzt und raus auf die rauhe See. Der Nebel lichtete sich kurzeitig, um dann umso dichter zurückzukommen. Bei SO zwischen 2 und 4 m/s lief die Bäreninsel brav ihre 59 Grad nach Mariehamn, bis der Wind schwächer und die Altwelle von gestern unangenehm wurde. Also endlich mal wieder Motor an. Bei eisigen Temperaturen und gruseliger Sicht ging es weiter voran, bis es aufklarte und die Fock wieder zum Einsatz kam. Mit 4 Kn schlichen wir uns an die Ansteuerung Nord und gegen 12:00 h (MESZ) in den Hafen, der auch wieder noch fast ausgestorben war (ca. 30 sm).



Die Zeitumstellung von einer Stunde konnten wir ohne Probleme verarbeiten und rechtzeitig vor Ladenschluss den Proviant ergänzen.




Die Wetterprognosen für die nächste Woche sehen gut aus. Wenn ich ZYGRIB richtig interpretiere, werden wir wohl einige Tage ein Hochdruckgebiet genießen können.

Klaus hat die Sauna getestet und für zu heiß befunden. Die einheimischen bzw. schwedischen Mitsaunisten kühlen sich innerlich mit Unmengen von Dosenbier (in der Sauna). Klaus nicht.

Speisekarte heute: (mitttags Brunch mit Wustsalat) später italienischer Abend an Deck mit Vino rosso (die Sonne kommt raus).

Nachtrag: Essen an Deck ist gestrichen. 20:28 h Ortszeit: Der Nebel kommt zurück.



Nachtrag 2: 22:15 h wir nebeln ein.

Freitag, 18. Juni 2010

Stegtag Arholma-Österhamnen




Wegen der eher unfreundlichen Wetterprognose mit Starkwind und Regen haben wir flexibel entschlossen, den Tag doch lieber in Ruhe auf Arholma zu verbringen: Brunch gegen 11:30 h. Dann Lesestunde.

Dank einer Spende von Klaus haben wir ein neues Plexischott.


Dies ist noch so durchsichtig, dass wir überlegen, mit Lippenstift eine Gegenrennwarnung anzubringen.

Nachdem der Regen aufgegeben hatte, Fussmarsch über die frühlingshafte Insel zur Norra Bryggan. Die Obstbäume, der Flieder, Maiglöckchen, die Wiesen stehen in voller Blüte.



Die Fähre hatte gerade angelegt und die Wochenendschweden ausgespuckt, die mit Handkarren, Rädern, Lastenmopeds zu ihren Ferienhäusern strebten. Der Dorfkaufmann hatte auf, so dass wir kleine, aber wichtige Einkäufe für unseren Wurstsalat tätigen konnten. Heute gibt es aber erst einmal frische Artischocken mit Aioli.

Das Sommercafe hatte schon geöffnet. Als einzige Gäste gönnten wir uns Kaffee, Tee und Kuchen. Auch die Sonne ließ sich wieder sehen.

Zurück an Bord kam das Schlauchboot für die morgige Überfahrt nach Mariehamn sicherheitshalber wieder an Deck.

Der Steg hat sich gefüllt. Sollte die Saison jetzt losgehen ?

Donnerstag, 17. Juni 2010

Grinda - Arholma


Es hätte eine schöne Nacht werden können. Windstill war es. Aber wir hatten nicht nur Quittschies-Stegfedern im Fährenschwell, sondern auch mittsommervorfeiernde, einheimische, offenbar alkoholresistente Motorbootleute mit Diskolaune, die dann erst gegen 04:00 h ablegen wollten.

Frühstück an Deck, dann leichtes Motoren, bis der Wind aus Süd kam. Dann ca. 38 sm nach NO Richtung Arholma mit Tankstop in Furösund (so unbemüht wie die jungen Leute waren, werden sie niemals Karriere machen !).

Teilweise 8 bis 9 m/s aus Süd mit Spitzenspeed gemäß "Gipsy" von 8,9 Kn. Entspannendes Liegen unter Heckanker in Österhamnen/Arholma mit 4 Schiffen. Grillen am Steg.




Klaus raucht eine Havanna (3 Jahre alt).